Nach den ersten erfolgreichen Flügen mit unserem Simulator war schnell klar: so richtig rund lief das Ganze noch nicht. Besonders das Overhead-Panel, das Herzstück vieler Systeme im Cockpit, bereitete uns Kopfzerbrechen. Immer wieder kam es zu Problemen mit den zahlreichen USB-Interfacekarten, die wir bis dahin verwendet hatten.
Anfangs schien es praktisch: viele Karten, schnell angeschlossen, und schon ließ sich ein Schalter oder eine Lampe ansteuern. Doch in der Praxis zeigte sich schnell die Kehrseite. Immer wieder verabschiedeten sich einzelne USB-Ports von Windows – und mit ihnen ganze Bereiche des Overhead-Panels. Wer mitten im Flug plötzlich im Dunkeln steht, weiß: das macht keinen Spaß. Mehr als einmal mussten wir einen Flug abbrechen, weil das System schlicht instabil war.
Im Mai 2023 fiel daher ein klarer Entschluss: Schluss mit dem Chaos – das Overhead-Panel wird auf OpenCockpits Interfacekarten umgebaut. Dieses System versprach mehr Stabilität, mehr Zuverlässigkeit und vor allem: weniger Kabelsalat. Vorbei die Zeiten, in denen wir uns durch endlose USB-Ports kämpfen mussten.
Der Umbau war natürlich kein kleines Projekt. Viele Stunden verbrachten wir damit, alte Verbindungen zu trennen, Kabel neu zu ordnen und die OpenCockpits-Module sorgfältig einzubauen. Jeder Schalter musste neu verdrahtet, jede Lampe neu getestet werden. Doch der Aufwand lohnte sich. Zum ersten Mal hatten wir das Gefühl, ein einheitliches System im Hintergrund laufen zu haben – und nicht mehr ein Sammelsurium aus USB-Karten, das jederzeit ausfallen konnte.
Natürlich bedeutet „nur ein System nutzen“ nicht, dass alle Probleme damit aus der Welt sind. Aber der Umbau brachte uns einen großen Schritt näher an unser Ziel: einen Simulator, der zuverlässig läuft und uns Flüge ermöglicht, die nicht nach einer halben Stunde im Nirwana enden.
Heute, wenn wir im Cockpit sitzen und das Overhead-Panel zuverlässig seinen Dienst tut, wissen wir: die Entscheidung für OpenCockpits war ein wichtiger Meilenstein. Ein Schritt weg vom Bastelchaos – und ein Schritt näher an die Professionalität, die wir uns für unser Boeing-737-Homecockpit wünschen.
Als erster Arbeitsschritt erfolgte der Ausbau des bestehenden Overhead-Panels, das anschließend vollständig entkernt wurde.
Nun begann der Bau des Rahmens für das neue OVP. Die Kanten wurden verleimt und zusätzlich mit Eisenwinkeln verstärkt. In der Mitte wurde eine Platte verschraubt, an der später das Panel aufgehängt wird. Der Deckel wurde mit Scharnieren befestigt und zusätzlich mit zwei Gasdruckfedern ausgestattet, damit er für Wartungsarbeiten offen bleibt. Nach Abschluss der Montage erhielt der Rahmen noch einen passenden Lackanstrich.
Jetzt konnte mit dem Innenausbau, der Bestückung aller Interfacekarten und der Verdrahtung begonnen werden.
Die Hintergrundbeleuchtung, bestehend aus LED-Streifen, wurde auf eine dünne, zuvor weiß gestrichene Holzplatte geklebt. Anschließend wurden alle LED-Streifen miteinander verlötet.
….und die Holzplatte im Gehäuse eingebaut.