Cockpitforyou - B737 Throttle Quadrant motorisiert

Ein neuer Meilenstein: der motorisierte Throttle Quadrant

Wie der Zufall es wollte, konnten wir einen gebrauchten motorisierten Throttle Quadranten von Cockpit-For-You für unsere Boeing 737 ergattern. Günstig war das Ganze zwar nicht, aber allein der Gedanke, damit noch ein Stück näher an das echte Fluggefühl heranzukommen, ließ uns beide sofort zugreifen.

Die Abholung war schon ein Erlebnis für sich: Gemeinsam mit meinem Bruder haben wir das schwere Gerät ins Auto geladen – und schwer war es wirklich. Zuhause auf der Werkbank wurde uns dann schnell klar, warum: Das Teil ist massiv, robust gebaut und offensichtlich für die Ewigkeit gemacht. Die Vorfreude war groß, den Quadranten endlich in Aktion zu sehen. Doch unsere Euphorie bekam einen Dämpfer – von einer schnellen Installation und einem gemütlichen Probeflug konnte keine Rede sein.


Problem 1: Die Mechanik

Kaum angeschlossen, bewegten sich die Thrust Levers nur ein paar Millimeter, dann blieb der Motor stehen. Also: aufschrauben und nachsehen.

Im Inneren erwartete uns ein Anblick, der uns Respekt abnötigte. Die gesamte Mechanik: Vollmetall. Alle Halterungen, Zahnräder, selbst die kleinsten Details wirkten wie aus einem Guss. Das versprach Qualität – erklärte aber auch das Gewicht.

Die Ursache für die Schwergängigkeit war bald gefunden: Rost. Zum Glück nur oberflächlich, aber genug, um den Motor zu blockieren. Mit etwas Rostlöser, feinem Öl und speziellem Fett für die Zahnräder konnten wir die Mechanik wieder gängig machen. Ein kleiner Triumph: Die Thrust Levers ließen sich plötzlich butterweich bewegen – von Hand und auch über den Motor.


Problem 2: Die Software

Voller Vorfreude verbanden wir den Quadranten mit dem Simulator – und … nichts. Keine Bewegung, kein Signal, nicht einmal die Trimmung.

Der Grund: Im Inneren arbeitet eine OpenCockpits-Karte, die über die Programmiersprache SIOC angesteuert werden muss. Dazu kam noch FSUIPC, das uns mehrfach im Stich ließ, und auch ProSim737, das sich erst nach Anpassungen mit der neuen Hardware anfreunden wollte.

Es folgten Stunden voller Suchen, Testen, Fluchen – und immer wieder Anpassen. Wir kämpften uns durch Konfigurationsdateien, probierten unzählige Werte aus und tasteten uns Schritt für Schritt an die richtige Einstellung heran. Der erste Erfolg: Die Parking Brake funktionierte automatisch. Doch die Thrust Levers? Bewegten sich quälend langsam vor und zurück – so langsam, dass die Maschine längst gelandet war, während die Hebel noch auf dem Weg in die Idle-Position waren.


Der Durchbruch

Erst nach weiteren Stunden, unzähligen Anpassungen in den SIOC-Skripten und jeder Menge Geduld kam der erlösende Moment: Die Levers bewegten sich endlich in realistischer Geschwindigkeit. Auch die automatische Trimmung und die Speedbrake liefen nun wie gewünscht.

Das war der Augenblick, in dem wir wussten: Die Mühe hat sich gelohnt.


Fazit

Der motorisierte Throttle Quadrant war kein „Plug & Play“-Abenteuer, sondern ein harter Test für Geduld, Nerven und technisches Verständnis. Doch am Ende stand ein gewaltiger Fortschritt: Ein weiteres Stück Realität im Simulator, ein weiterer Schritt in Richtung echtes Cockpit-Feeling.

Nun hat der Quadrant seinen festen Platz in unserem Homecockpit – und wir genießen jedes Mal das Gefühl, wenn die Schubhebel automatisch nach vorne fahren, als würden wir tatsächlich eine Boeing 737 zum Start beschleunigen.

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Ein kleines Video wie sich der Throttle Quadrant beim Starten verhält. Nach dem man den Togga Schalter betätigt, fahren die Trust Levers automatisch nach hinten um den V1- Schub zu geben.